Glossar

Hier sollen Begriffe kurz erklärt werden, die auf den Webseiten auftauchen und deren Erläuterung im Kontext nicht gut möglich ist.


Gaußsche Fehlerquadrate: Bei der Methode der Gaußschen Fehlerquadrate wird eine theoretische Modellkurve - eine Vorhersage - an eine Vielzahl an Messpunkte optimal angepasst. Carl Friedrich Gauß entwickelte eine Rechenvorschrift, um die Anpassung zu optimieren. Die Rechenvorschrift beruht auf der Interpretation der Messfehler als statistische Abweichungen. Der Abstand der theoretischen Modellkurve zum nächsten Messwert wird dabei quadriert, d.h. ein positiver oder ein negativer Abstand führen beide zu einem positiven Fehlerquadrat.

Mit dieser Methode hat Gauß aufgrund der ersten Beobachtungen des Asteroiden Ceres im Jahre 1801 die Position des Asteroiden im Jahr 1802 richtig vorhersagen können! Die Methode diente Gauß und vor allem auch Gerling zur optimalen Anpassung des Triangulationsnetzes an die Vielzahl der aufgenommenen Messwerte. Heute ist diese Methode aus dem Alltag aller Experimente zur Vermessung irgendwelcher Größen nicht mehr wegzudenken.


Heliotrop: Ein Heliotrop ist ein Fernrohr mit einer vorgesetzten Anordnung von Spiegeln, mit denen man das Sonnenlicht in die vom Fernrohr angepeilte Richtung reflektieren kann. Damit ist es möglich, über sehr große Entfernungen Signale weiterzugeben. Heliotrope wurden im 19. Jahrhundert zur Landvermessung über große Entfernungen hin benutzt. Die Erfindung des Heliotrops wird Carl Friedrich Gauß zugesprochen.


Meridian: auch Meridianbogen; ein gedachter Kreisbogen an der Himmelssphäre durch den Nordpol und den Zenit Ihres aktuellen Standorts. Der Meridian gibt also die lokale Nord- und Südrichtung an. Orte mit gleicher geographischer Länge haben denselben Meridian, Ort mit unterschiedlicher Länge haben auch unterschiedliche Meridiane.


Meridianstein: auch Meridianzeichen, Meridianmarke; kennzeichnet die Nord-Südrichtung von einer Sternwarte aus. Im 19. Jahrhundert wurden damit Teleskope präzise in den Meridian, die Nord-Richtung, justiert. Aus der Beobachtung des Durchgangs eines Sternes durch den Meridian kann bei bekannten Koordinaten des Sternes die lokale Uhrzeit berechnet werden. Umgekehrt kann bei bekannter Uhrzeit aus dem Durchgang die geografische Länge des Beobachtungsortes ermittelt werden. Es sind nur noch ganz wenige dieser astronomischen Hilfswerkzeuge aus dem 19. Jahrhundert erhalten. Bekannt sind u.a. das Merdianzeichen der Gaußschen Sternwarte in Göttingen, der Meridianstein der Jenaer Sternwarte, und der Stein der Sternwarte von Christian Ludwig Gerling in Marburg.

Als Meridiansteine bezeichnet man auch Markierungssteine für eine bestimmte geographische Länge, wie etwa Steine am Nullmerdian durch Greenwich und Paris oder am 15. östlichen Längengrad, der die mitteleuropäische Zeit definiert.


Repetitionstheodolit: Ein Theodolit, bei dem die Messgenauigkeit durch wiederholte Messungen bei verschiedenen Stellungen der Messskalen, der Teilkreise, verbessert werden kann. Verdreht man  z.B. das Fernrohr des Theodoliten um die horizontale Achse um 180°, dann kann man die ursprünglich angepeilte Marke wiederfinden, wenn man nun den Theodoliten um die vertikale Achse um den doppelten Höhenwinkel verdreht. Das Fernrohr zeigt wieder in die ursprüngliche Richtung, aber die Ablesung an den Messskalen erfolgt an anderen Stellen.


Theodolit: Ein Theodolit ist ein Fernrohr, mit dem eine Marke (Vermessungsmarke, Geländemarke, etc) angepeilt wird anschließend die Ausrichtung des Fernrohres präzise abgelesen werden kann. Die Ausrichtung wird durch 2 Winkel, den Azimutwinkel in der Ebene und den Höhenwinkel angegeben. Theodoliten sind i.d.R. auch mit einer Libelle ausgestattet, mit deren Hilfe sie wie eine Wasserwaage exakt in waagrechter Richtung justiert werden können. Theodoliten sind Anfang des 19. Jahrhunderts erfunden worden. Vorläufergeräte, wie z.B. der Repetitionskreis von Borda hatten noch keine Libelle zur waagrechten Ausrichtung. Theodoliten wurden und werden zur Landvermessung (Geodäsie) eingesetzt. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden sie vor allen von den Firmen Reichenbach und Breithaupt hergestellt.


Walbeck, Henrik Johan (1793-1822): finnischer Geodät, definierte einen Ellipsoiden, der lange Zeit als mathematischer Referenzkörper für die Erde benutzt wurde.