Die Sonnenzeit

Obelisk im Horizontobservatorium Halde HohewardStellen Sie sich eine recht einfache Sonnenuhr vor: ein senkrecht stehender Stab in einer Ebene. Am Verlauf des Schattens des Stabes können Sie nun die Bewegung der Sonne verfolgen: die Spitze des Schattens und die Spitze des Stabs bilden eine Peillinie, die genau zur Sonne zeigt. Morgens geht die Sonne im Osten auf, der Schatten steht also im Westen des Stabes. Mittags steht die Sonne am höchsten, dann ist der Schatten am kürzesten und liegt im Süden. Und abends finden Sie die Sonne am Westhimmel und den dann wieder langen Schatten im Osten. Nun machen Sie sich eine Marke, an der Sie den Schatten jeden Tag beobachten. Immer wenn der Schatten wieder an der Marke vorbei zieht, ist ein Tag vergangen: sie nennen die Zeit zwischen zwei Durchgängen des Schattens einen Sonnentag.

Das Foto zeigt die Sonnenuhr des Horizontobservatoriums Halde Hoheward. Der Schatten der Spitze des Obelisken gibt die Sonnenzeit an.

Nun ist so eine Sonnenuhr nicht ganz so leicht abzulesen wie eine Armbanduhr! Im Sommer steht die Sonne sehr hoch, der Schatten ist also kürzer, im Winter steht sie viel tiefer und daher ist dann der Schatten länger. Die Zeit wird also je nach Jahreszeit an verschiedenen Stellen der Schattenebene abzulesen sein. In die Ebene sind für jede Jahreszeit verschiedene Kurven mit Zeitangaben eingearbeitet.

Aber welche Zeit zeigt die Sonnenuhr eigentlich an? Es ist die „wahre Sonnenzeit“, der wahre reale Stand der Sonne. Und diese wahre Sonnenzeit, die auch WOZ – wahre Ortszeit – genannt wird, geht im Laufe eines Jahres manchmal vor und manchmal nach, bis zu 15 Minuten unserer Uhrzeit! Diesen Effekt nennt man die Zeitgleichung.