Meridianstein wird wieder aufgestellt

Dienstag, 29. September 2009, 11 Uhr

Der im Sommer 2008 wiederentdeckte Meridianstein wurde am 29. September 2009 neu aufgestellt. Im Jahre 1843 hatte Christian Ludwig Gerling auf einem kleinen Hang in Wehrda exakt im Norden des Teleskops seiner Sternwarte am Renthof einen 1,5 m breiten und 1,5 m hohen Sandstein errichtet und mit einer Farbskala versehen.

In einer Zeit ohne Elektrizität und Computer, ohne GPS war die Ausrichtung eines Teleskopes anhand einer Reihe von Sternen um den Polarstern herum eine langwierige Vorarbeit, bevor die Astronomen mit präzisen Beobachtungen beginnen konnten. Mit einem Justierstein, einem Peilstein, der genau in der Nordsüdrichtung des Fernrohres, im Meridian also, lag, konnte das Teleskop jedoch einfach und schnell exakt in Nordrichtung justiert werden.

Meridianstein wieder aufgestellt, 29. September 2009

Der Stein, der aus 2 aufeinander gesetzten Teilen besteht, ist - wie Zeitzeugen berichten - bereits vor dem 2. Weltkrieg nicht mehr stehend im Wald gesehen worden. Vielmehr lagen die beiden Teile mit der Farbskala nach unten nebeneinander in einer kleinen Mulde und die oben liegenden Seiten verwitterten. Passanten konnten diese beiden Steine nicht mehr als Teil einer astronomischen Einrichtung identitifzieren. Erst anhand historischer Unterlagen, den zentimetergenauen Entfernungsangaben, wo dieser Stein gestanden hatte, konnten die beiden Teile in 2008 als der verschollene Meridianstein gefunden und identifiziert.

Unter Mithilfe des Technischen Hilfswerkes wurden die beiden Steinhälften gedreht, die teilweise noch erhaltene Skala kam zum Vorschein. Die Ingrid und Reinhard Balzer Stiftung erklärte sich spontan bereit, die Kosten für Sanierung und Wiedererrichtung des Steines zu übernehmen. Unter fachmännischer Aufsicht der Restauratorin Ulrike Höhfeld und Mitarbeitern des Amtes für Bodenmanagement konnten am 29. September 2009 mit einer Rückemaschine und wiederum mit tatkräftiger Hilfe des Technischen Hilfswerkes die beiden Steinteile passend und punktgenau auf einem zuvor errichteten Fundament aufeinander gesetzt werden - der erste Schritt war getan.

Es folgt nun die Restauration des Steines und die Wiederherstellung der Farbmarkierungen. Mit dem Abschluss der Arbeiten ist im Frühjahr 2010 zu rechnen.

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