Tag- und Nachtgleiche am Frauenberg

Freitag, 23. September 2011, 20:30 Uhr

Herzliche Einladung zu einer Führung durch den herbstlichen Nachthimmel bei klarem Wetter in die Ruine Frauenberg!

In diesem Jahr findet der astronomische Herbstanfang um 11:05 Uhr am 23. September statt. Genau zu diesem Zeitpunkt kreuzt die Sonne den Äquator und zieht im kommenden Halbjahr südlich des Himmelsäquators ihre Bahn. Diesen Kreuzungspunkt des Äquators mit der Sonnenbahn nennt man den Herbstpunkt.

Zur Tag- und Nachtgleiche geht die Sonne exakt im Osten auf und im Westen unter. So können sie mit der Sonne die Himmelsrichtungen am Horizont Ihres Beobachtungsplatzes markieren.

Auch die Sternzeit kann an diesem Tag und in dieser Nacht leicht ermittelt werden. Die Sternzeit erhält man aus den Koordinaten (der Rektaszension) der Gestirne, die exakt im Süden stehen. Der Frühlingspunkt ist der Nullpunkt der Sternzeit, im Herbstpunkt finden wir die Sternzeit 12 Uhr. Die Sonne steht am 23. September im Herbstpunkt, also genau bei Sternzeit 12 Uhr! Sie erreicht an diesem Tag in Marburg etwa um 13:17 Uhr Ortszeit ihren Höchststand und steht somit im Süden. Wegen der Sommerzeit und geographischen Lage von Marburg etwa mitten in der Zeitzone entsteht diese Verschiebung. Zu diesem Zeitpunkt zeigt die Sternzeituhr also 12 Uhr.

Blick in den südlichen Sternenhimmel am 24. September, 1 UhrGenau 12 Stunden später steht dann der Frühlingspunkt im Sternbild der Fische unterhalb des Pegasus im Süden - es ist dann 0 Uhr Sternzeit.

Im Westen sehen wir dann die Sternbilder des Sommerdreiecks am Horizont, während von Ostern her sich die ersten Sternbilder des Winters - Stier, Fuhrmann und Zwillinge - ankündigen. Ganz tief im Süden hat man im Herbst die Gelegenheit den südlichen Fisch mit dem sehr hellen Hauptstern Formalhaut zu erspähen.

Im Widder leuchtet sehr hell der Star der Nacht, der große Planet Jupiter, der in der ganzen Nacht gut beobachtet werden kann. Finden Sie die 4 Galileischen Monde und verfolgen Sie deren Tanz um den Jupiter: der innerste Mond bewegt sich so deutlich, so dass Sie dies gut innerhalb 1/2 Stunde beobachten können.

Der geübte oder auch der angeleitete Beobachter kann außerdem den Planeten Uranus als winzige bläulich erscheinende Scheibe ausfindig machen. Von den Kleinplaneten sind Ceres, der größte dieser Vagabunden zwischen Mars und Jupiter, und Vesta sichtbar.

Ziemlich im Zenit ist als Bonbon der Komet C/2009 P1 Garradd als blasser verschwommener Schleier am linken Rand des Herkules zu entdecken.