Tag- und Nachtgleiche am Frauenberg

Samstag, 22. September 2012, Frauenberg, ab 20:30 Uhr

Herzliche Einladung zu einer Führung durch den herbstlichen Nachthimmel in die Ruine Frauenberg! Bei klarem Wetter erwarten Sie dort Astronomen der "Volkssternwarte Marburg e.V." und von "Parallaxe und Sternzeit e.V.".

Am 22. September um 15:49 Uhr wechselt in diesem Jahr die Sonne von der nördlichen zur südlichen Halbkugel unserer Erde - der astronomische Herbstanfang! An diesem Tag geht die Sonne auf der ganzen Erde genau im Osten auf und ebenso exakt im Westen unter. Der Schattenwurf eines senkrecht stehenden Zeigers einer Sonnenuhr folgt einer Geraden von West nach Ost.

Blick in den südlichen Sternenhimmel am 22. September um 23 UhrDie Sonne kreuzt den Himmelsäquator im Herbstpunkt im Sternbild Virgo (Jungfrau). Nachts sehen wir dann am Himmel den Frühlingspunkt im blassen Sternbild Fische unterhalb des Pegasus, des Herbstvierecks. Im Westen stehen die Sternbilder des Sommerdreiecks - Lyra (Leier), Cygnus (Schwan) und Aquila (Adler) - am Horizont, während von Osten her sich die ersten Sternbilder des Winters – Taurus (Stier), Auriga (Fuhrmann) und Gemini (Zwillinge) - ankündigen. Ganz tief im Süden hat man im Herbst die Gelegenheit den südlichen Fisch mit dem sehr hellen Hauptstern Formalhaut zu erspähen.

Der Star der Nacht ist in diesem September der Jupiter. Er geht um 22:14 Uhr auf und hat mit -2,5 mag schon fast seine größte Helligkeit in diesem Jahr. Drei der vier Galileischen Monde stehen östlich und einer westlich des Riesenplaneten. In dieser Nacht kann man sehr schön die sehr schnelle Bewegung des innersten Mondes Io verfolgen. Gerade noch mit einem guten Auge zu erspähen ist der blaugrüne Planet Uranus. Er steht in der Nähe Frühlingspunktes an der Grenze vom Sternbild Fische zum Sternbild Walfisch. Den blaue Neptun kann man im Sternbild Wassermann ausfindig machen, allerdings nur mit einem Fernrohr.

Die beiden größten der Kleinplaneten – Ceres und Vesta – sind ab etwa Mitternacht mit einen Fernrohr im Sternbild Orion und Stier aufzuspüren. Die Raumsonde DAWN hatte während der vergangenen 12 Monate die Vesta intensiv untersucht und befindet sich nun auf der Weiterreise zu Ceres.