Asteroid "Marburg" lässt grüßen

Mittwoch, 18. November 2015

Die Stellung des Asteroiden Marburg am 18. November 2015Es ist wieder so weit: etwa im Abstand von 1 1/4 Jahren wird der Asteroid 256813 - das dritte "Marburg" im Sonnensystem - von der Erde überholt. Diesmal nähern sich Marburg an der Lahn und Marburg im Asteroidengürtel auf 250,5 Mio km an. Von der Erde aus erscheint der Asteroid im Sternbild Taurus nur als kleines, sehr lichtschwaches Pünktchen mt einer maximalen Helligkeit von 19.77 mag. Bis Anfang Dezember bleibt die Helligkeit unter 20 mag, also mit etwas Glück gerade noch fotografierbar.

Im April 2013 gelang Hendryk Planz (Volkssternwarte Marburg und Fachbereich Physik) eine Aufnahmenserie, in der sich der Asteroid nach einiger Bildverarbeitung und vor allem passender Addition der einzelnen Aufnahmen erahnen lässt. 

Entdeckt wurde das himmlische Marburg im Jahr 2008 von Erwin Schwab und Rainer Kling, beides Astronomen des Frankfurter Physikalischen Vereins, in der Taunussternwarte des Vereins. Die Taufe auf den Namen „Marburg“ wurde aufgrund der historisch ersten Asteroidenmessungen Hessens in der Gerling-Sternwarte in Marburg Mitte des 19. Jahrhunderts gestattet. In der Urkunde und im Eintrag im „Minor Planet Center“ heißt es dazu:

(256813) Marburg = 2008 CW116
Discovered 2008 Feb. 11 by E. Schwab and R. Kling at Taunus.

Marburg is a German city, first mentioned in 1138. A castle and Germany's oldest gothic church dominate the medieval cityscape. In 1527 the oldest protestant university in the world was founded, which has operated the Marburg Observatory (later renamed Gerling Observatory) since 1841.

Die Kenndaten des Asteroiden sind auf einem Server der NASA unter dem Link
http://ssd.jpl.nasa.gov/sbdb.cgi?sstr=256813;orb=1;cov=0;log=0;cad=0#elem
einsehbar. Eine Berechnung der Bahnbewegung und damit z.B. des Abstandes zur Erde und der Helligkeit kann mit dem NASA Programm HORIZONS (http://ssd.jpl.nasa.gov/horizons.cgi) recht einfach durchgeführt werden.