Himmelskörper der Ekliptik

Samstag, 29. April 2017, 21 Uhr
 

Herzliche Einladung zum Open-Air-Planetarium am Frauenberg!

29. April 2017, 12 Uhr: Die Wetterprognose für die kommende Nacht ist gut! Das OAP findet statt.
 

Beim diesjährigen, ersten Open-Air-Planetarium (OAP) auf dem Frauenberg widmen wir uns den Himmelskörpern in der Ekliptik. Mit den entsprechenden Optiken, die wir ihnen auch schon in den letzten Jahren für einen fantastischen Blick in den Sternenhimmel bereitstellen konnten, werden wir in dieser Nacht die Teleskope auf den Riesenplaneten Jupiter und seine Monde richten, aber auch das ein oder andere Deep-Sky-Objekt am Frühjahrshimmel in den Blick nehmen. Anfangs sind der noch junge zunehmende Mond und Mars lohnenswerte Objekte und kurz vor Ende hoffen wir auch den imposanten Saturn zu sehen.

Bei klarem Himmel freuen wir uns gemeinsam mit Mitgliedern der Volkssternwarte auf Ihren Besuch auf dem Frauenberg! Die Veranstaltung beginnt um 21:00 und endet spätestens um 2:00 Uhr. Teleskope für Beobachtungen stehen zur Verfügung. Bringen sie gerne auch selber Teleskope, Ferngläser oder Fotoapparate und Fragen zum Sternenhimmel, der Ekliptik und der sich dort befindenden Himmelskörper mit. Vergessen sie bitte nicht, sich warm anzuziehen, da eine schöne und sternklare Frühjahresnacht unter Umständen auch kühl werden kann.

Die Ekliptik ist die scheinbare Bahn der Sonne, die sich kreisförmig um den gesamten Himmel spannt. Die scheinbare Bewegung der Sonne wird durch den Lauf der Erde um die Sonne hervorgerufen. Von der sich bewegenden Erde aus betrachtet verschiebt sich die Position der Sonne vor dem Himmelshintergrund im Lauf des Jahres entlang dieser Linie, die Sonne wandert durch die Sternbilder des Tierkreises. Alle Planeten des Sonnensystems befinden sich immer nahe der Ekliptik. Die beiden inneren Planeten Merkur und Venus bewegen sich in der Nähe der Sonne durch den Tierkreis, die äußeren Planeten (Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun) befinden sich nur wenige Grad ober- oder unterhalb dieser gedachten Linie, je nachdem, wie die jeweilige Planetenbahn zur Erdbahn geneigt ist. Zudem findet man in diesem Band auch die Asteroiden, wie z.B. Vesta oder (256813) Marburg.

Sternenhimmel am 29. April 2017 um 22:00 Uhr MESZ (Stellarium); - in Gelb: die Ekliptik, auf denen die Sternbilder des Tierkreises zu sehen sind. Jupiter steht in der Jungfrau, der Mond im Übergang zwischen Stier und Zwillinge, Krebs und Löwe sind um 22 Uhr im Südwesten platziert.

Beobachtet man die Planeten mit dem bloßen Auge, muss man in den Fällen von Venus, Mars, Jupiter und Saturn nur nach hellen Himmelsobjekten nahe der Ekliptik Ausschau halten. Wenn man sich zudem die Zeit nimmt, diese Lichtpunkte über einen längeren Zeitraum von mehreren Wochen oder sogar Monaten zu verfolgen, dann sieht man, dass sie sich vermeintlich losgelöst vom Himmelszelt bewegen. Dieses Phänomen zeigen alle Planeten. Schwieriger, bzw. unmöglich mit dem bloßen Auge zu beobachten sind die Planeten Merkur bzw. Uranus und Neptun. Da Merkur sehr nahe bei der Sonne zu finden ist, kann man ihn nicht nachts sondern nur in der Abend- oder Morgendämmerung aufspüren. Die beiden Planeten Uranus und Neptun sind aufgrund ihrer riesigen Entfernung zur Sonne nur mit optischen Hilfsmitteln (Teleskope) und einer guten Kenntnis (mithilfe eines geeigneten Computerprogramms oder einer Sternkarte) ihrer Position zu finden, da sie winzigst im Teleskop erscheinen und zudem sehr lichtschwach sind. Von einem Stern kann man sie nur schwer unterscheiden. Daher sind diese Planeten auch erst im 18. und 19. Jahrhundert entdeckt worden.

Der erste Mensch, der mit einem Teleskop die zu seiner Zeit bekannten fünf Himmelskörper unseres Planetensystems beobachtete und dies publizierte, war der italienische Gelehrte Galileo Galilei. 1610 veröffentlichte er sein Buch „Sidereus Nuncius“, in dem er von einem bis dahin undenkbaren Phänomen beim Planeten Jupiter berichtete. Um ihn herum bewegen sich weitere Lichtpunkte, die manchmal auch hinter dem Jupiter verschwinden können und dann, nach teils nur wenigen Stunden, auf der anderen Seite wieder auftauchen können. Er entdeckte die ersten Monde, die um einen anderen Planeten als der Erde kreisen.

Galileis Zeichnungen der Planeten, "Il Saggiatore", G. Galilei, 1623, Rom, Scan mit freundlicher Genehmigung des Istituto e Museo di Storia della Scienza, Florenz In den folgenden Jahren studierte er intensiv auch die anderen Wandelsterne [wörtliche Übersetzung des griechischen Begriffes „planetoi“ (Singular: planetos), aus dem sich die Bezeichnung Planeten bzw. Planet ableitet] mit seinem neuen Instrument. Neben dem Mond betrachtete er die Planeten über einen längeren Zeitraum und fertigte davon Zeichnungen an. Aufgrund der Vergrößerung seiner Teleskope entdeckte er, dass die Lichtpunkte eigentlich Scheibchen sind. Während Jupiter und Mars immer kreisrund erscheinen stellte sich heraus, dass die Venus, wie auch der Mond, verschiedene Phasen durchläuft und der Saturn einen imposanten Ring besitzt, der ihn als Planet mit Ohren erscheinen lässt. Im Jahr 1623 veröffentliche er diese Entdeckung in seinem Buch „Il Saggiatore“.

In der heutigen Zeit erforschen wir die Planeten mit besser auflösenden Teleskopen. Auch die verschiedensten Weltraummissionen haben unseren Horizont stetig erweitert. So besitzt Jupiter nicht nur vier Monde, sondern mehrere Dutzend. Er ist der größte der acht Planeten und zudem so massereich, dass seine nahen Monde durch seine Anziehungskraft förmlich durchgeknetet werden. Auch befindet sich auf Jupiter der in unserem Sonnensystems längst andauernde Wirbelsturm, der mehrere Erddurchmesser misst.

Jupiter mit seinen inneren Monden am 30. April 2017 um 02:00 Uhr MESZ (Stellarium); Galileo stellte die Monde als Kreuze dar, die sich östlich und westlich um Jupiter positionieren

In dieser Nacht werden wir unseren Blick auf den Planeten Jupiter und seine Monde richten und mit eigenen Augen den Tanz der Monde nachvollziehen können. Jupiter wird gegen 23:50 seinen höchsten Stand erreicht haben. Die Bewegung des Mondes Io wird man durch den größer werdenden Abstand deutlich erkennen können. Der noch junge zunehmende irdische Mond ist natürlich auch immer wieder ein spannendes Objekt, ebenso auch auch der Asteroid Vesta. Nach Mitternacht taucht im Osten der Ringplanet auf und auch der Herzstern des Skorpions – Antares – wird sichtbar werden. Neben den Himmelskörpern der Ekliptik besteht auch die Möglichkeit das ein oder andere interessante Deep-Sky Objekt durch eines der Teleskope zu bestaunen, wie z.B. der Sternhaufen M13 im Herkules oder die Sternansammlung (M44) im Krebs, ebenso der in der Leier gelegene Ringnebel oder der Hantelnebel im Sternbild Adler.

Das nächste OAP am Frauenberg steht übrigens unter dem Motto „Bester Blick auf das Ringsystem des Saturn“. Zu dieser und weiteren „himmlischen“ Veranstaltungen in diesem Jahr finden Sie auf der Internetseite des Vereins „Parallaxe und Sternzeit e.V.“ wieder nähere Informationen.