Bester Blick auf das Ringsystem des Saturn

Samstag, 27. Mai 2017, 21:30 Uhr
 

Herzliche Einladung zum Open-Air-Planetarium am Frauenberg!

Aktuelle Nachricht, Sa, 27. Mai 2017, 12 Uhr. Das OAP findet statt!

Schauen Sie bitte hier auf dieser Webseite am Samstag nach aktuellen Infos. Gegen Mittag bewerten wir das Wetter und werden sie entsprechend informieren, ob wir den Jupiter und andere Himmelskörper in der Ekliptik bestaunen können.

Das Jahr ist schon vorangeschritten und die Tage werden (endlich) wieder länger. Für die meisten von ist dies ein Grund zur Freude, doch nicht für die Astronomen unter uns, denn das bedeutet gleichzeitig, dass die Nächte wieder kürzer werden. Daher laden wir sie zu diesen OAP zu einer späteren Zeit, als noch im April ein. Die Veranstaltung findet wie gewohnt an der Frauenbergruine statt, doch diesmal ist der offizielle Beginn erst um 21:30 Uhr. Sonnenuntergang ist nämlich erst um 21:23 Uhr. Während wir uns im April dem größten der Planeten des Sonnensystems gewidmet haben, wenden wir uns bei diesem OAP dem imposantesten Planeten zu: Dem Saturn. Er geht im Osten um 22:38 auf und erreicht seinen höchsten Stand im Süden – man sagt: er kulminiert – um 2:43 Uhr. Bis wir einen guten Blick auf den Saturn haben werden, nutzen wir die Zeit und richten die Teleskope auch auf den Jupiter, der um diese Zeit hoch in südlicher Richtung steht, und verfolgen den Tanz der Monde. Danach können wir uns ganz dem „Herrn der Ringe“ widmen.

Der mit Stellarium simulierte Sternenhimmel am 28. Mai 2017 um 01:00 Uhr MESZ - in Gelb: die Ekliptik, auf denen die Sternbilder des Tierkreises zu sehen sind. Jupiter steht in der Jungfrau, Saturn zwischen Skorpion und Schützen.

Der Ringplanet ist neben dem Merkur, der Venus,dem Mars und dem Jupiter schon seit Menschengedenken bekannt. Aufgrund ihrer schleifenartigen Bewegung am Himmelszelt sind sie von Sternen wegen dieser Bewegung leicht von ihnen zu unterscheiden – und dies ohne optische Hilfsmittel. Man benötigt dafür nur etwas Geduld und Zeit, um dieses Bewegungsmuster zu erkennen. Erst mit der Erfindung des Teleskops Anfang des 17. Jahrhunderts, wurden die Wandelsterne von den verschiedensten Menschen genauer betrachtet, gezeichnet und ihre Erscheinung über längere Zeiten dokumentiert und diese dann publiziert. So hatte der berühmte Italiener Galileo Galilei in seinem Werk „Il Saggiatore“ seine Planetenzeichnungen 1623 veröffentlicht. Den Saturn kann man in dem Bild (hier Link) auch ohne Legende leicht identifizieren – es ist der einzige Planet mit einem Ring.

Die Zeichnung der Ringteilung des Astronomen Giovanni Cassini, veröffentlicht 1676 in Philosophical Transactions:  "An Extract of Signor Cassini's Letter Concerning a Spot Lately Seen in theSun; Together with a Remarkable Observation of Saturn" Mit der Weiterentwicklung der Teleskope im selben Jahrhundert wurde die Vergrößerung immer besser und somit konnten immer mehr Details des Ringsystems erkannt werden. Während man zu Zeiten Galileis nur einen Ring sah, konnte ebenfalls ein Italiener eine weitere bemerkenswerte Beobachtung des Ringsystems machen. Der Ring ist zweigeteilt. Sein Name: Giovanni Cassini. Zu Ehren Cassinis wird diese Grenze, die Cassini-Teilung genannt.

In diesem Bereich findet man nur kleinere Staub- und vor allem Eisbrocken. Heute kennt man weitere Ringteilungen und auch den Grund für diese Bereiche. Die Monde des Saturn, die sich innerhalb des Ringes befinden, durchpflügen diesen und aufgrund gravitativer Wechselwirkungen zwischen ihnen und dem Ringmaterial entstehen die „leeren“ Bereiche. Diese Monde werden als Schäfermonde bezeichnet. Angelehnt ist diese Bezeichnung an der Fähigkeit von Schäferhunden, die Schafherden zusammentreiben und auch Bereiche innerhalb einer Herde oder dem Felde durch ihre Anwesenheit frei von Schafen zu halten.

Der Saturn umkreist die Sonne auf seiner elliptischen Umlaufbahn in einem Abstand von 1433,5 Mio. km (große Halbachse), oder wie die Astronomen die Entfernung angeben, in einer Entfernung von 9,58 Astronomischen Einheiten. Damit kann man leicht erkennen, dass der Saturn also etwa 9,6 mal so weit wie die Erde von der Sonne entfernt ist. Aufgrund der elliptischen Umlaufbahn ist der Abstand Sonne – Saturn aber nicht konstant. Im Aphel – dem sonnenentferntesten Punkt - ist der Abstand dann 10,1 AE (oder 1509 Mio. km) und im Perihel – dem sonnennächsten Punkt – ist der Abstand nur noch ca. 9 AE (oder 1350 Mio. km). Zu Ehren Cassinis und dem Astronomen Huygens wurde eine Sondenmission benannt, die zum sechsten Planeten des Sonnensystems geschickt wurde und das Studium des Planeten mit seinem imposanten Ring aus „nächster Nähe“ ermöglicht. Sie erreichte diesen 2004 und schickt seit dem imposante und detaillierte Bilder vom „Herrn der Ringe“. Diese Mission wird Mitte September 2017 durch einen gezielten Eintritt in die Saturnatmosphäre beendet.

Der Saturn. Aufgenommen am 6. Oktober 2004 von der Raumsonde Cassini aus einer Entfernung von 6,3 Millionen km. (Quelle: NASA/JPL/Space Science Institute)

Für einen Umlauf um die Sonne benötigt der Ringplanet 29,5 Jahre, was einem Saturnjahr entspricht. In dieser Zeit durchläuft der Saturn als relativ heller Lichtpunkt die Sternbilder der Ekliptik nur sehr langsam. Verfolgt man hingegen den Planeten mit dem Teleskop, erkennt man die imposanten Ringe jeweils anders geneigt und in manchen Jahren sieht man auf die Kante der Ringe, so dass der Saturn in einfachen Teleskopen wie jeder andere Planet erscheint.

Die Stellung der Ringebene von der Erde aus betrachtet. Quelle www.Wikipedia.de

Da die Ringe in einer festen Ebene zum Äquator stehen, stellt der von der Erde aus sichtbare Neigungswinkel der Ringebene einen direkten Bezug zu aktuellen Position des Saturn entlang seiner Umlaufbahn dar. In diesem (und im Folge-) Jahr haben wir in dem 29-jährigen Zyklus die Möglichkeit das Ringsystem nicht nur optimal, sondern auch so zu sehen, wie es einst Cassini zeichnerisch publizierte.

Wir würden uns freuen, wenn wir mit Ihnen bis 2:00 morgens einen schönen, lehrreichen und spannenden Astronomieabend an der Frauenbergruine verbringen zu können. Bringen sie gerne auch selber Teleskope, Ferngläser oder Fotoapparate und Fragen zum Sternenhimmel, der Ekliptik und der sich darin befindlichen Himmelskörper mit. Vergessen sie bitte nicht, sich warm anzuziehen, da eine schöne und sternklare Frühjahresnacht auch immer kühl werden wird.

Bei klarem Himmel freuen wir uns gemeinsam mit Mitgliedern der Volkssternwarte auf Ihren Besuch auf dem Frauenberg! Die Veranstaltung beginnt um 21:30 und endet spätestens um 2:00 Uhr. Teleskope für Beobachtungen stehen zur Verfügung.

Das nächste OAP am Frauenberg findet erst wieder zu den Perseiden, also am 12. August 2017 statt. Zu dieser und weiteren „himmlischen“ Veranstaltungen in diesem Jahr finden Sie auf der Internetseite des Vereins „Parallaxe und Sternzeit e.V.“ wieder nähere Informationen.