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Merkurtransit 11. November 2019

Montag, 11. November 2019, 13:00 Uhr
 

Herzliche Einladung zum Open-Air-Planetarium auf dem Platz vor dem Spiegelslustturm!

Ein besonderes Ereignis der Himmelsmechanik unseres Sonnensystems: in einem Abstand von 3,5 bis zu 13 Jahren tritt der innerste Planet Merkur zwischen Erde und Sonne, das nächste mal am 11. November 2019. Die dunkle Scheibe des Merkur ist mit Teleskopen – und Schutzfiltern – beobachtbar.

Merkurtransit 9. Mai 2016, beobachtet am FB Physik. Der Merkur ist als kleine dunkle Scheibe links zu sehen. Aufnahme entstand 20 min nach Beginn des Transits.

Die Bedeutung der Planetentransite

Johannes Kepler hat zu Beginn des 17. Jahrhunderts mit seinen 3 Gesetzen die Grundlagen der Himmelsmechanik formuliert, die eine sehr genaue Berechnung der Bewegungen aller Planeten, Kleinplaneten und Monde in unserem Sonnensystem ermöglichte. Damit konnte Kepler den Vorbeizug der Venus vor der Sonne von 1631 vorausberechnen. Dieser Transit war von Europa aus nicht sichtbar, es ist auch keine Beobachtung von anderen Orten der Erde aus bekannt. Der in 1639 folgende Venustransit wurde in England beobachtet und mit Skizzen festgehalten. Er gilt somit als das erste vermessene und dokumentierte Ereignis dieser Art. Edmond Halley erkannte das wissenschaftliche Potenzial solcher Transitphänomene: es war die erste Möglichkeit, Entfernungen im Sonnensystem anhand des Parallaxen-Effekt mehrere Beobachter an verschiedenen Orten der Erde präzise zu ermitteln. Bis ins 19. Jahrhundert war dies die vorherrschende Methode zur Bestimmung der Größe unseres Sonnensystems. Heute werden Transite vor allen in anderen Sonnensystemen genutzt, um nach dortigen Planeten, den Exoplaneten, zu suchen.

Die zeitliche Abfolge der Merkurtransite

Die beiden für solche von der Erde aus beobachtbaren Phänomene unseres Sonnensystems in Fragen kommenden Himmelskörper sind Venus und Merkur. Transite sind sehr seltene Ereignisse. Obwohl die inneren Himmelskörper relativ oft die Erde überholen, geschieht dies wegen der Bahnneigungen in den meisten Fällen über oder unter der Verbindungslinie der Erde zur Sonne. Nur wenn diese untere Konjunktion bis auf etwa ½ Grad genau auf der Knotenlinie liegen, kann ein Transit beobachtet werden. Für den Planeten Venus gibt es genau 2 Transite alle 125 Jahre. Merkurtransite sind häufiger, durchschnittlich gibt es etwa 13 pro Jahrhundert mit Abständen zwischen 3,5 und 13 Jahren. Die Knotenpunkte der Merkurbahn werden immer am 8. Mai und 10 November durchlaufen, so dass Transite nur in der Nähe diese beiden Daten auftreten. Wegen der stark elliptischen Bahn des Merkur sind es etwa doppelt so viele Transite im November im Vergleich zu denen im Mai. Der letzte Transit des Merkur fand am 9. Mai 2016 statt, der nach dem 11. November 2019 folgende findet erst in 13 Jahren am 13. November 2032 statt.

Der Transit am 11. November in Marburg

Der Transit am 11. November ist in voller Länge nur im östlichen Teil von Nordamerika und im gesamten südamerikanischen Kontinent zu beobachten. In Marburg beginnt der Transit um 13:35 Uhr, die Sonne steht zu dieser Zeit in Südsüdwest knapp 20° über dem Horizont. Der Transit endet um 19:04 Uhr, aber die Sonne geht in Marburg bereits im 16:42 Uhr unter. Daher ist hier nur der erste Teil des Phänomens beobachtbar. Um dieses Ereignis verfolgen zu können, ist also eine gute Sicht nach Südwesten erforderlich.

Bei klarem Himmel freuen wir uns auf Ihren Besuch auf der Aussichtsplattform vor dem Spiegelslustturm! Die Veranstaltung beginnt um 13:00 Uhr und endet nach Sonnenuntergang. Teleskope für Beobachtungen stehen zur Verfügung. Bringen sie gerne auch selber Ferngläser oder Fotoapparate mit. Beachten Sie bitte, dass für für eine sichere Sonnenbeobachtung unbedingt immer Schutzfilter benötigen!

Schauen Sie bitte hier auf dieser Webseite am Montag nach aktuellen Infos. Am Vormittag bewerten wir das Wetter und werden Sie darüber informieren, ob wir am Nachmittag den Transit beobachten können.