Beobachtung des Meteorstroms der Perseiden

Samstag, 12. August 2017, 21:30 Uhr

Update: 12. August 2017, 12 Uhr: Das OAP wird wegen schlechten Wetters abgesagt!

 

Herzliche Einladung bei klarem Wetter zum Open-Air Planetarium am Frauenberg!

Schauen Sie bitte hier auf dieser Webseite am Samstag nach aktuellen Infos. Gegen Mittag bewerten wir das Wetter!

Auf der nördlichen Halbkugel sind die Perseiden sicher der bekannteste Meteorstrom. Erste Berichte über diesen Sternschnuppenschauer existieren aus dem Jahr 36 v. Chr. aus China. In Europa fällt die früheste bekannte Beobachtung in das 9. Jahrhundert nach Christus. Im 18. Jahrhundert beschreibt Pieter van Musschenbroek, der Sohn eines Instrumentenbauers aus Leiden, von dem auch die Universität Marburg im 17. Jh. Geräte gekauft hat, die Perseiden als einen jährlich wiederkehrenden Meteorstrom. Anhand einer statistischen Auswertung konnte der belgische Astronom Adolphe Quetelet im 19. Jh. das Sternbild des Perseus als den Radianten, den scheinbaren Ursprungsort der Sternschnuppen, ermitteln.

Perseiden Meteore über  East Point Lighthouse , New Jersey, USA – August 2012 © Jeff Berkes, http://www.imo.net/meteor-activity-outlook-for-july-22-28-2017/

Die Sternschnuppenerscheinungen sind Leuchtspuren verdampfender winziger Staubteilchen, die mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre eindringen. Die Staubteilchen selber stammen meistens von Kometen, die in Sonnennähe aufgeschmolzen wurden und dabei viel Staub und Gas in den Weltraum abgegeben haben. Eine Vorhersage der genauen Anzahl beobachtbarer Sternschnuppen pro Stunde – der Aktivität – ist schwierig. Dazu müsste zum einen die Staubdichte im Weltraum in der Spur der Kometen sehr genau bekannt sein. Dies ließe sich mit Raumsonden sicher vermessen und es hat auch einzelne solcher Missionen gegeben, z.B. Stardust (NASA). Zum anderen spielen auch die aktuellen Bedingungen der Erdatmosphäre eine wichtige Rolle. Die Internationale Meteor Organisation (IMO, www.imo.net) stellt Informationen über Beobachtungen von Meteoren zusammen und veröffentlicht auch grobe Vorhersagen. Perseidenmeteore können ab Mitte Juli bis Ende August auftreten. Im vergangenen Jahr erreichte die Aktivität der Perseiden in der Nacht vom 12. auf den 13. August mit mehr als 100 Meteoren pro Stunde ihr Maximum, aber auch in der darauf folgenden Nacht waren noch mehr als 50 pro Stunde zu sehen.

Aktivität der Perseiden in 2016, Quelle: IMO

Der Radiant der Perseiden liegt in diesem Jahr im Sternbild der Kassiopeia, dicht an der Grenze zum Sternbild Perseus. Nach Einbruch der Dunkelheit gegen 22 Uhr steht Kassiopeia schon weit genug über den Nordosthorizont, so dass bereits mit beginnender Nacht Sternschnuppen zu sehen sein sollten. Der beste Blick auf den Radianten und damit die höchste erwartete Aktivität haben wir in unseren Breiten zwischen 2 und 4 Uhr am Morgen des 13. August. Allerdings sind in diesem Jahr nur die hellen Sternschnuppen gut zu verfolgen, denn der abnehmende Mond erscheint ab etwa 23 Uhr im Osten und wird den Himmel dort aufhellen. Bis Mitternacht ist auch der Saturn gut zu erkennen, der in diesem Jahr durch die extreme Schrägstellung der Ringe ein sehr lohnendes Beobachtungsobjekt ist.

Die Mitglieder der Marburger Vereine „Parallaxe und Sternzeit e.V.“, der „Volkssternwarte Marburg e.V.“, sowie Astronomen der Universität Marburg laden sie am 12. August 2017 ab 21:30 Uhr auf die Ruine Frauenberg ein, um gemeinsam bei gutem Wetter das alljährliche Naturschauspiel zu bestaunen. Mit verschiedenen astronomischen Instrumenten und Beobachtungsmethoden werden Ihnen dieses Ereignis und auch der Sommernachtshimmel näher gebracht. Wir freuen uns, Sie dort begrüßen zu dürfen.

Weitere „himmlische“ Veranstaltungen in diesem Jahr entnehmen Sie bitte der Internetseite des Vereins „Parallaxe und Sternzeit e.V.“ .